*** Licht für den Weg *** »Sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen.« Römer 12,16 Unsere
natürliche Neigung geht dahin, mit der so genannten besseren
Gesellschaft freundschaftlich verkehren zu wollen. In jedem menschlichen
Herzen steckt der Wunsch, sich mit denen, die berühmt, wohlhabend oder
adelig sind, eng vertraut zu machen. So steht also der Rat des Paulus in
Römer 12,16 unserer eigentlichen Natur entgegen. Er sagt: »Seid nicht
stolz, sondern immer bereit, euch mit einfachen und unbedeutenden Leuten
zusammenzutun.« In der Gemeinde Gottes gibt es eben kein Kastenwesen.
Christen sollten Klassenunterschiede ignorieren. Von
Fred Elliot wird dazu eine bezeichnende Begebenheit erzählt. Eines
Morgens, als er und seine Familie eben eine Andacht am Frühstückstisch
hielten, hörte er lautes Geklapper und Gerumpel vor dem Haus. Es war
die Müllabfuhr, die draußen vorbeikam. Elliot legte seine
aufgeschlagene Bibel auf den Tisch, ging zum Fenster, machte es auf und
rief dem Müllmann einen fröhlichen Gruß zu. Dann kehrte er zurück
und beendete die Andacht. Für ihn war es genauso heilig und wichtig,
dem Müllmann einen guten Morgen zu wünschen wie in der Bibel zu lesen.
Ein anderer Diener des Herrn, der unseren Text ganz wörtlich nahm war
Jack Wyrtzen. Er leitete jeden Sommer in Schroon Lake im Staat New York
eine Bibel-Freizeit. Bei einer der Konferenzen für Erwachsene war ein
Gast dabei, der körperlich schwer behindert war. Da er seine
Gesichtsmuskeln nicht gut unter Kontrolle hatte, konnte er auch sein
Essen nur mit großen Schwierigkeiten schlucken. Vieles davon fiel ihm
wieder aus dem Mund und bekleckerte das Zeitungspapier, das er sich
vorsorglich über die Brust und auf den Schoss gelegt hatte. Ein solcher
Anblick war für die anderen nicht gerade appetitlich, und deshalb sass
dieser Mann gewöhnlich allein an einem besonderen Tisch. Wegen seiner
vielen Aufgaben kam Jack Wyrtzen oft zu spät in den Esssaal. Immer,
wenn er in der Tür erschien, winkten ihn die Leute aufgeregt zu sich
heran und wollten gern, dass er sich an ihren Tisch setzte. Aber das tat
er nie. Er ging immer zu dem Tisch, an dem der behinderte Mann allein
sass. Auch er hielt sich zu den Niedrigen. http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/0/26153
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