Bewerben Sie sich authentisch

Bleiben Sie dabei, durchzuhalten!

Mut und Beharrlichkeit haben einen magischen Talisman, vor dem Schwierigkeiten verschwinden und Hindernisse sich in Luft auflösen. -- John Quincy Adams

 

Viele Arbeitslose haben bereits einige Bewerbungstrainings hinter sich. Auch mit hervorragenden Bewerbungsunterlagen bleibt es schwierig, am aktuellen Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz zu ergattern. Geben Sie trotzdem acht auf diesen wichtigen Baustein der Bewerbung. Sie verbessern Ihre Möglichkeiten damit zumindest um einige Prozent. Sie müssen dem Glück schließlich so viel wie möglich nachhelfen.

 

Haben Sie bereits unangenehme Erfahrungen in Bewerbungen gemacht, dann suchen Sie sich bitte die passenden meiner Tipps aus.

 

Haben Sie erst vor kurzem Ihren Arbeitsplatz verloren? Warten Sie nicht auf ein Wunder! Überwinden Sie sich, verarbeiten Sie Ihre Erlebnisse. Beginnen Sie gleich vom ersten Tag an, Ihre individuelle Bewerbungsstrategie zu entwickeln. Knüpfen Sie Kontakte. Genieren Sie sich nicht! Sie brauchen sich nicht zu verstecken. Es geht vielen kompetenten Menschen genauso wie Ihnen.

Ihr neuer Job: Bewerben

Lassen Sie keine massenhaften Standardbriefe auf den Markt los. Sich zu bewerben, ist eigentlich ein Fulltimejob. Wir brauchen dazu Ausdauer und Geduld, insbesondere wenn sich vorerst keine Erfolge einstellen. Ihre Kreativität ist gefordert. Standards für Bewerbungen existieren klarerweise. Damit können Sie Ihre Unterlagen optimieren. Innerhalb dieser üblichen Formen ist aber Ihr authentisches Werk als Bewerbung gefragt.

Unterschätzen Sie nicht eine persönliche Bewerbungsstrategie. Sie verbessern damit Ihre Chancen erneut um einige Prozentsätze jede Bewerbung aus wie die andere – sie wäre schlussendlich für die Personalverantwortlichen uninteressant.

 

Strategien und Ziele Ihrer Bewerbung

 

Bevor Sie sich in konkrete Bewerbungen stürzen, überdenken Sie zunächst: Wo könnten Sie sich sinnvoller weise bewerben?

 

·         Eine offene Stelle sollte gefühlsmäßig zu Ihnen passen: Sei es aufgrund Ihrer langjährigen Berufserfahrungen oder aus diversen Fähigkeiten und Interessen.

·         Eine neue Stelle sollte Ihrer beruflichen Vergangenheit entsprechen.

·         Erwägen Sie auch eine Stelle in einer niedrigeren Berufsebene als bisher – selbst wenn die PersonalistInnen Sie als überqualifiziert bewerten könnten.

·         Nehmen Sie Chancen auf eine höhere Position wahr. Das gelingt zwar erfahrungsgemäß schwerer – doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

·         Überlegen Sie: Wo liegen Ihre Fähigkeiten? Welche Chancen bieten sich aktuell am Markt? Es kann auch eine neue Aufgabenstellung sein. Überlegen Sie eine neue Ausbildung. Beachten Sie dabei: Ein neues Berufsfeld sollte eine echte Alternative für einen Umstieg bedeuten. Holen Sie sich so viele Informationen wie möglich. Nutzen Sie dazu gute Beratungsangebote von Institutionen und Initiativen.

·         Eine selbstständige Tätigkeit ist nicht auszuschließen. Überlegen Sie diesen Schritt aber vorher sehr sorgsam.

Sich  s i n n v o l l  beschäftigen

Je älter man wird, umso schwerer findet man einen neuen Vollzeitjob. 50- bis 55-Jährige gelten heute in der Regel als nicht vermittelbar. Suchen Sie sich daher in jedem Fall eine sinnvolle Tätigkeit, unter Umständen auch ehrenamtlich. Daraus könnte auch ein bezahlter Job entstehen.

Analysieren Sie Ihren Markt

 

·         Internetseiten

·         bestehenden Kontakte

·         Erweitern Sie Ihre Kontakte.

·         In manchen Jobsites ist die Eintragung für Jobsuchende kostenlos.

·         Nutzen Sie Firmenprofile auf den Internet-Jobbörsen: Sie finden dort die AnsprechpartnerInnen für eine blinde Bewerbung.

·         Treten Sie in Kontakt mit Firmen. Knüpfen Sie Kontakte.

·         www.generation45plus.at: Nutzen Sie unsere Initiative: Wir kommen durch die Öffentlichkeitsarbeit und unsere Jobseite mit vielen Unternehmen in Kontakt.

Nutzen Sie den verdeckten Arbeitsmarkt

Rund 70 Prozent aller Jobs werden über den verdeckten Stellenmarkt besetzt. Die Unternehmen schreiben nicht alle Positionen öffentlich aus und versuchen, sie intern zu besetzen oder über andere Wege zu Bewerbern zu kommen, zum Beispiel über Empfehlungen durch Mitarbeiter oder Blindbewerbungen. Bewerben Sie sich auf eine solche Stelle, haben Sie einen Vorteil: Sie haben es mit weniger bis gar keinen MitbewerberInnen zu tun.

Die Blindbewerbung: Nicht blindlings, sondern mit Ziel und Wissen

Sich blind zu bewerben, bedeutet: Sie haben kein Stelleninserat dazu gefunden. Sie bewerben sich auf gut Glück. Womöglich möchte dieses Unternehmen gerade jetzt eine für Sie entsprechende Stelle neu besetzen.

·          Achtung: Informieren Sie sich zunächst über dieses Unternehmen: etwa im Internet, in Zeitschriften oder Handbüchern wie „Career“ (www.career.at).

·          Finden Sie den richtigen persönlichen Ansprechpartner für Ihre Bewerbung heraus.

·          Thematisieren Sie ein Argument, warum Sie als MitarbeiterIn für dieses Unternehmen interessant sind. Möglicherweise kennen Sie die Branche, das Produkt und den Kundenkreis besonders gut. Oder Sie sind versiert im Einkauf oder Verkauf. Sie haben schon längere Zeit unter ähnlichen Bedingungen gearbeitet und langjährige Erfahrungen im Bereich…einzubringen.

Das Bewerbungsschreiben

Je interessanter Sie Ihr Bewerbungsscheiben formulieren, umso eher liest der/die PersonalistIn weiter.

 

·          Das Bewerbungsschreiben sollte üblicherweise nur eine Seite umfassen.

·          Passen Sie jedes Bewerbungsschreiben individuell dem Stellenangebot an.

·          Machen Sie mit einer Überschrift (Betreffzeile) auf sich aufmerksam. Welcher kurze Text passt zu Ihnen und zum Inserat und macht neugierig?

·          Beziehen Sie sich im ersten Absatz des Bewerbungsschreibens auf das Inserat und auf Ihr Interesse am Unternehmen. Vermitteln Sie mit Sympathie, wie sehr diese Position auf Sie zugeschnitten ist.

·          Im zweiten Absatzstreichen streichen Sie Ihr Können und Ihre Erfahrungen heraus, die Sie in diesem Job einbringen können. Gehen Sie auf Ihre Stärken ein und zeigen Sie diese an einem kurzen Beispiel aus der Ihrer Laufbahn auf.

·          Im dritten Absatz beschreiben Sie Ihren zusätzlichen Nutzen für das Unternehmen: Welche weiteren Kenntnisse können Sie anbieten?

·          Drücken Sie im Schlusssatz aus: Sie freuen sich sehr auf ein persönliches Gespräch! Sie können einen Telefonanruf zur Terminvereinbarung ankündigen, wenn Ihnen viel an dieser Position liegt. Rufen Sie dann auch tatsächlich an! Damit bleiben Sie persönlich bei der Stange und sind konsequent hinter dieser Position her. Sie warten nicht, bis man Sie anruft – dies wäre zwar bequemer, schafft aber weniger Verbindlichkeit für Sie. Ihr Anruf hingegen zeigt Ihr Engagement für diese Stelle.

·          Schließen Sie mit einem Gruß, üblich ist: „mit freundlichen Grüßen“.

·          Darunter weisen Sie auf die Beilagen hin, wie Lebenslauf oder Zeugnisse.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf kann auch zwei Seiten haben. Ältere, erfahrene BewerberInnen haben meist mehr über ihre Berufslaufbahn und weiterbildende Kurse und Qualifikationen zu schreiben.

·          Ein gutes Foto darf nicht

·          Listen Sie Ihre bisherigen Dienstverhältnisse chronologisch absteigend auf: Ihre letzte Stelle kommt zuoberst. Adäquat dazu listen Sie Ihre Schulbildung und Berufsausbildung auf.

·          Achtung: Geben Sie nur jene Weiterbildungen an, deren Themen nicht überholt sind. Heben Sie insbesondere Kurse über Qualifikationen oder Soft Skills hervor, die für die offene Stelle nötig sind.

·          Verweisen Sie unter „Sonstige Fähigkeiten“ auf Ihr Erfahrungswissen. Definieren Sie es und machen Sie es für die LeserInnen anschaulich. Seien Sie sich der Vorteile Ihrer Erfahrungen immer bewusst und verkaufen Sie diese entsprechend.

Arten von Lebensläufen

Formal unterscheiden wir den

         den chronologischen

         den funktionellen

         den angelsächsischen

         den europäischen Lebenslauf

 

Aufbau eines chronologischer Lebenslaufs

 

Lebenslauf                                                                                                                FOTO

 

Persönliche Daten:                 Name, Adresse, Telefon, Email

                                               Staatsbürgerschaft

                                               Familienstand, Kinder

                                               Geboren am ...  in ...

 

Aus-/Weiterbildung:   

Monat/Jahr                              Schule, Ort

                                               Bei Weiterbildung Lerninhalte

 

 

Berufslaufbahn:

Monat/Jahr                              Firma, Ort,

Funktion, Aufgabenbereich (analog der biographischen Entwicklung)

 

Zusatzqualifikationen:            Tätigkeitsbezogen

 

Freizeitinteressen:                 

 

Datum und Unterschrift

 

 

Aufbau eines angelsächsischen Lebenslaufs

 

Vorname/Nachname, Adresse, Telefon, Email (als Kopfzeile)

 

Lebenslauf                                                                                                                FOTO

 

Berufslaufbahn:

Monat/Jahr                              Firma, Ort,

Funktion, Aufgabenbereich (beginnend mit den aktuellsten Arbeitsverhältnissen)

 

 

Aus-/Weiterbildung:   

Monat/Jahr                              Schule, Ort

                                               Bei Weiterbildung Lerninhalte

 

 

Zusatzqualifikationen:            Tätigkeitsbezogen

 

 

Freizeitinteressen:                 

 

Persönliche Daten:                 Name, Adresse, Telefon, Email

                                               Staatsbürgerschaft

                                               Familienstand, Kinder

                                               Geboren am ...  in ...

 

Datum und Unterschrift

 

 

Aufbau eines funktionellen Lebenslaufs

 

Lebenslauf                                                                                                    FOTO

 

Persönliche Daten

                                               Name, Adresse, Telefon

                                               Staatsbürgerschaft

                                               Familienstand, Kinder

                                               Geboren am ...  in ...

Aus-/Weiterbildung:   

Monat/Jahr                              Schule, Ort

                                               Bei Weiterbildung Lerninhalte

 

Berufliche Schritte:

                                               Mechanikerlehre

Technische Leiter

                                               Mitarbeit in der Forschung

                                               etc. (mit Tätigkeitsbeschreibungen)

 

Zusatzqualifikationen:            Tätigkeitsbezogen

 

Freizeitinteressen:                 

 

 

Datum und Unterschrift

 

 

 

Aufbau eines europäischen Lebenslaufs

 

Der angelsächsische Lebenslauf empfiehlt sich aus zwei Gründen: PersonalistInnen sehen auf den ersten Blick die aktuellsten Berufserfahrungen und Weiterbildungen. Was jemand vor 30 Jahren gemacht hat, ist weniger interessant. Die letzten Tätigkeiten sind aussagekräftiger.

Der zweite Grund liegt darin, dass im angelsächsischen Lebenslauf das Geburtsdatum der BewerberInnen ganz zuletzt aufscheint. Dies garantiert zwar keinen Erfolg. Doch  PersonalistInnen, die sich zunächst ein gutes Bild von den Fähigkeiten ihrer BewerberInnen verschaffen konnten, laden eher ältere BewerberInnen zu einem Bewerbungsgespräch ein. Lesen die Personalverantwortlichen hingegen schon im ersten Absatz das Geburtsjahr, scheidet die Bewerbung auch mal reflexartig aus.

Gegen diese Variante des Lebenslaufs spricht: man sieht auf den ersten Blick, wenn seit dem letzten Dienstverhältnis mehrere Jahre vergangen sind. Das ist heute nichts Außergewöhnliches. Viele Menschen schaffen aufgrund der Arbeitsmarktsituation keine ununterbrochenen Arbeitsverhältnisse mehr.

Weisen Sie Weiterbildungen nach, die Sie während längerer Arbeitslosigkeit gemacht haben. Arbeitslosigkeit ist heute keine Schande und keine Ausnahmeerscheinung mehr.

 

Haben Sie eine eher unruhige Erwerbsbiographie mit vielen kurzen Arbeitsverhältnissen? Hier empfiehlt sich der funktionelle Lebenslauf. Darin macht man keine detaillierten Angaben über die Dauer der Arbeitsverhältnisse. Fassen Sie stattdessen Verantwortungsbereiche zusammen. Machen Sie Ihre berufliche Weiterentwicklung erkennbar. Sie können einen funktionellen Lebenslauf auch angelsächsisch aufbauen.

 

Der europäische Lebenslauf ist innerhalb Österreichs eher unüblich. Wenn Sie sich im europäischen Ausland bewerben, ist er Pflicht. Sie sollten ihn in der Sprache des Landes erstellen, in dem Ihr Zielunternehmen seinen Sitz hat. Bewerben Sie sich als Führungskraft, verwenden Sie prinzipiell die europäische Variante, ebenso für Bewerbungen bei der Europäischen Kommission.

Bewerbungsgespräch

 

·          Kommen Sie nie zu spät! Schauen Sie sich eventuell einige Tage vor Ihrem Termin den Anfahrtsweg an.

·          Geben Sie Ihrer Gesprächspartnerin oder Ihrem Gesprächspartner bei der Vorstellung die Hand. Ihr Händedruck sollte nicht zu fest und nicht zu lasch sein.

·          Schauen Sie Ihr Gegenüber freundlich an. Sagen Sie Ihren vollen Namen, das wirkt persönlicher.

 

 

 

Bleiben Sie gelassen

 

Versuchen Sie, gelassen zu sein. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Doch wenn Sie auf Ihr Gespräch gut vorbereitet sind, zeitgerecht ankommen, wenn Sie sich Fragen und Antworten überlegt haben und an dieser Stelle interessiert sind – dann können Sie beruhigt in das Gespräch gehen.

 

Eine häufige Frage lautet zum Beispiel: „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ Informieren Sie sich daher vorher über das Firmenprofil, den Unternehmensgegenstand, die Anzahl der MitarbeiterInnen und die Umsatzzahlen.

 

Seien Sie authentisch

 

Verhalten Sie sich auch in einem Bewerbungsgespräch so, wie Sie sind! Verstellen Sie sich nicht – zeigen Sie Ihre Stärken und keine Charakteristika, die Sie nicht haben.

 

Sind Sie sehr nervös, dann geben Sie das zu: Argumentieren Sie damit, dass Ihnen an dieser Stelle viel liegt.

 

Stellen Sie keinen Über-Drüben-Typ dar, solche sind immer seltener gefragt. Zu viele, übertriebene und gekünstelte Taktiken in den Auswahlverfahren haben nach meiner Meinung oft nicht zum Erfolg geführt.


Argumentieren Sie mit Ihren Stärken und Erfahrungen. Nennen Sie Sie dafür konkrete Beispiele: Wo haben Sie Ihre Stärken in der Vergangenheit für den Arbeitsplatz eingesetzt? Welche Beispiele könnten auch für diesen vakanten Job wichtig sein? Zum Beispiel: „Ich bin für diesen Posten besonders geeignet, weil ich Erfahrung habe, mit Problemen umgehen und sie ökonomisch lösen kann.“

 

Vollkommen sollten Sie nicht sein. Geben Sie Schwächen zu, zumindest eine. Diese sollte aber nicht in Ihrem Hauptaufgabengebiet in der neuen Position liegen. „Ich bin kreativ, aber vielleicht nicht wirklich genau!“ wäre kontraproduktiv für eine Buchhalterin.

 

 

 

 

 

Altersfragen im Interview

 

„Sie würden uns aufgrund Ihres Alters nicht mehr lang zur Verfügung stehen“: Mit dieser Frage sollten Sie rechnen. Sie können mit folgendem Argument dagegen halten: Laut Forschungsberichten wird in Zukunft jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin durchschnittlich zwei- bis dreimal im Leben den Beruf wechseln und fünf- bis siebenmaldie Arbeitsstelle. Das heißt: ein Unternehmen behält die Älteren eherlänger, als die Jüngeren. Diese müsste man immer wieder neu einschulen, was Kosten verursacht.

„Sie sind ja schon länger ohne Arbeit.“ Auch dieses Argument werden Sie hören. Reagieren Sie mit der schlechten Wirtschaftslage. Weisen Sie darauf hin, dass oft die älteren (weil teureren) Kräfte wegrationalisiert würden. Es habe bisher keine gesunde Entwicklung gegeben. Aber jetzt sei ein Umdenken zu erkennen, die Unternehmen würden ältere Arbeitskräfte wieder mehr schätzen. Verweisen Sie darauf, wie Sie diese für Sie ungewollte Auszeit trotzdem nützen: etwa indem Sie eine Weiterbildung machen.

 

„ Sie sind vielleicht nicht mehr am aktuellsten Wissensstand, was z.B. EDV, Internet oder Fachwissen anbelangt“. Diese Fragen werden Sie wahrscheinlich nicht so direkt hören, sie könnte sich aber z.B. hinter der vorher erwähnten verstecken. Auf alle Fälle sollten Sie darauf vorbereitet sein. Weisen Sie auf die entsprechenden Weiterbildungen dazu hin, erwähnen Sie vielleicht, dass Sie sich fachlich mit Branchenjournalen, ev. Messen oder sonstigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung regelmäßig beschäftigen.

 

„Sie können sich vielleicht nicht mehr so gut einordnen, oder auch (ev. einem jüngeren Chef) unterordnen“ Auch diese Befürchtung werden Sie sicher eher versteckt oder gar nicht zu hören bekommen aber ev. heraushören können. Argumentieren Sie daher dann  während des Gespräches zu passender Gelegenheit mit Ihrer Teamfähigkeit, welche Sie auch in der Vergangenheit beweisen konnten und bringen Sie ein, zwei Beispiele mit.

 

Die beste Argumentationskette für ältere BewerberInnen beginnt aber damit „eben weil (ich in diesem Alter bin, ist diese Position genau passend für mich)“. Vermeiden Sie Entschuldigungen nach dem Motto: „Ja, aber“. Ältere rechtfertigen sich gerne, je länger sie arbeitslos sind.Wenn Sie selbstbewusst mit Ihrem Alter und Ihrer Erfahrung argumentieren, verschaffen Sie sich ein völlig anderes Image. „Eben weil ich keine 20 mehr bin, kann ich mit anderen MitarbeiterInnen besser umgehen. Ich bewahre auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf. Ich kenne den Markt seit vielen Jahren. Ich nehme meine Aufgabe ernst und lasse mich nicht durch Verrücktheiten ablenken…..“

 

 

Gesprächsabschluss

 

·          Fragen Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, oder ersuchen Sie von sich aus um weitere Informationen. Überlegen Sie sich bereits vorher einige Fragen zum Arbeitsplatz, zu den Tätigkeiten in dieser Position oder den Entwicklungsmöglichkeiten.

·          Fragen Sie, bis wann Sie die Entscheidung für die Vergabe der Position erwarten können. Fragen Sie ab diesem Zeitpunkt im Unternehmen nach.

·          Bedanken Sie sich für das Gespräch und betonen Sie nochmals Ihr großes Interesse an der Position.

 

Der Nachfassbrief

 

Sie zeigen Stil, wenn Sie sich nach einem Telefonat oder einem Bewerbungsgespräch mit einem Nachfassbrief bedanken. Wenige BewerberInnen nutzen dieses Werkzeug. Sie haben also damit die Chance auf einen Vorsprung! Auf diese Weise rufen Sie sich der Personalistin/dem Personalisten nochmals in Erinnerung.

 

Was könnte ein Nachfassbrief enthalten:

·          Dank für die Zeit und Informationen

·          Zusammenfassung der Ergebnisse

·          Nachreichen von Unterlagen

·          Vergessenes, eventuell Missglücktes thematisieren

·          Überzeugung zeigen, dass Sie die Stelle haben wollen

·          Vereinbarte Schritte wiederholen

 

Gestalten Sie Ihren Nachfassbrief formal so wie Ihre anderen Bewerbungsunterlagen – zeigen Sie Ihre „Corporate Identity“ auch in diesem Bereich.

Wie Sie mit einer Absage umgehen

Erhalten Sie eine schriftliche Absage, ist das noch kein Grund, den Gedanken an diesen Job sausen zu lassen. Im Schnitt wird ein Viertel der Jobs nach Ablauf der Probezeit wieder frei. Wenn Sie zuvor in der letzten Runde ausgeschieden sind, sollten Sie nach einer Absage nochmals Ihre großes Interesse bekunden. Weisen Sie darauf hin: „Sollte sich die Lage im Unternehmen ändern, freue ich mich auf eine neue Kontaktaufnahme!“

Nehmen Sie Absagen nicht persönlich. Viele Entscheidungen werden emotional getroffen. Ein anderer Bewerber, eine andere Bewerberin hat für diesen Posten die besseren Voraussetzungen mitgebracht.

Lassen Sie den ganzen Verlauf dieser Bewerbung noch einmal Revue passieren: Wo hat Ihre Bewerbung gut gepasst? Wo könnten Sie die nächste Bewerbung besser gestalten? Verlassen Sie sich dabei eher weniger auf das Feedback der PersonalistInnen – wenn Sie überhaupt eines bekommen. Sie verwenden meist einige Standardsätze, die nicht viel aussagen.

 

 

 

Nie anfangen aufzuhören, nie aufhören anzufangen!

 

·          Geben Sie nie auf, auch wenn Sie noch so viele Ablehnungen bekommen (oder gar keine Antwort).

·          Nehmen Sie es nicht persönlich, es geht vielen BewerberInnen so. Viele Faktoren kommen bei Stellenbesetzungen ins Spiel.

·          Suchen Sie nach dem Schreckmoment unermüdlich weiter nach einer neuen Stelle.

·          Verzagen Sie nicht – öffnen Sie sich für neue, innovativere Bewerbungsstrategien.

·          Gehen Sie neuen Mutes die nächsten Aufgaben an. Bleiben Sie ausdauernd.

·          Eine Krise kann auch eine Chance sein.

 

 

 

Nicht anfangen aufzuhören heißt natürlich nicht, dass Sie immer eingefahrene Wege immer wieder aufs Neue gehen wollen. Wenn Sie spüren, dass Sie etwas ändern sollten, dann fangen Sie damit an…..

 

 

 

 

 

 

Bewerbungsschreiben – Beispiele von Texten bzw. Textbausteine –negativ/positiv

 

 

Generell keine Standards verwenden, sondern passende Textbausteine sowie darüber hinausgehend: Jede Ihrer Bewerbungen speziell auf das Anforderungsprofil des Stellenanbieters adaptieren. Es sollen Authentizität und Ihr spezieller Typ hinüberkommen. Den Lebenslauf immer noch – von den beschriebenen Tätigkeiten der vorherigen Dienstgeber womöglich auf das Anforderungsprofil des Stellenanbieters ausrichten (Die Schwerpunkte der Tätigkeit besser und genauer anführen, welche für die neue Firma wichtig sind). Die meisten der nachfolgenden Textbausteine sollen als Richtlinien und Muster angesehen und nicht eins zu eins übernommen werden. Denn sonst werden Sie wiederum zu standardisierten, von vielen verwendeten Phrasen.

 

 

 

Schlechte Beispiele:

 

§          Keine Headline

§          Sehr geehrte Damen und Herren

§          Ich bewerbe mich bei Ihrer Firma um eine Stelle als

§          Aufgrund Ihrer Anzeige bewerbe ich mich ....

§          Ich möchte nur halbtags arbeiten…

§          Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören

§          In der Hoffnung, von Ihnen zu hören

§          Einzelheiten können Sie aus den (beigefügten)Unterlagen (im Anhang) entnehmen

§          Obwohl ich schon 50 Jahre alt bin…

§          Ich bin seit … beschäftigungslos.

§          Wegen meine Rückenprobleme möchte ich ...

 

 

Gute Beispiele:

 

§          Headline als Überschrift, z.B. „Erfahrener ….. für……..“, oder „Vielseitiger und verantwortungsvoller…..“ oder „Engagierter …. für…..“

§          Sehr geehrte (Titel) Frau/Herr

§          Mit großem Interesse habe ich Ihr Stellenangebot gelesen…Die Firma… ist mir als…bestens bekannt. Aus diesem Grund möchte ich gerne Ihr Team verstärken (u.ä.) und bewerbe mich für die vakante Position im…. (Ansonsten auf Inserat oder Jobbild näher eingehen)

§          Bei Ihrer interessanten Anzeige…………….(fett, z.B. mittig) fühle ich mich besonders angesprochen, da ich Ihrem Anforderungsprofil besonders entspreche.

§          Da ich dem Anforderungsprofil besonders gut entspreche, will ich gerne meine Kompetenzen und Erfahrungen anbieten. (=be/werben,)

§          Ich habe langjährige Berufserfahrung in den Bereichen …, war zuletzt als …..für…..verantwortlich tätig. (Anschließend ein Beispiel bringen, welches erfolgreich gemacht wurde und zwar ein solches, was auch für die neue Stelle interessant ist und benötigt wird)

§          In mir finden Sie einen ……,…. und…….Mitarbeiter mit hoher (Kompetenz angeben, die besonders gefordert wird und die Sie auch haben) und sehr guten Kenntnissen in den Bereichen ….. (detto)

§          Gerade, weil ich schon viel Erfahrung sammeln konnte, bin ich für …sehr geeignet.

§          Zu meinen Stärken zähle ich……(was wird besonders verlangt und ich habe es auch)

§          Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.

§          Ich werde Sie gerne wegen einer Terminvereinbarung anrufen

 

Für Blindbewerbungen:

 

§          Die Firma…beeindruckt mich durch……(z.B. Firmenprofil auf Website ansehen und das Wichtigste angeben).

§          Liest man aufmerksam die Stellenanzeigen, fallen Ihre interessanten Anzeigen auf (wenn Bewerbung bei einem Personalberater).

§          Oder Kreativ werden, z.B.: im Text passend zur Stelle (z.B. für Lager)

Leistungsorientiert

Arbeitsam

Gewissenhaft

Einsatzbereit

Resolut

 

§          Oder als Bewerbung für sich einen einfachen Folder entwerfen (z.B. je 3 Seiten, Vor-Rückseite, mit je einer Seite zur Darstellungen der Person Person/Eigenschaften u. Stärken, Berufliche Erfolge/ Adresse und Erreichbarkeit/Beruflicher Werdegang etc..

 

Und das ist der wichtigste Tipp: Was machen Sie aus Ihrem Bewerbungsschreiben, wie gestalten Sie es für sich persönlich, damit Sie das beste Gefühl für sich haben, Sie sich ganz damit identifizieren können. Lernen Sie auch immer dazu, entwickeln Sie Ihre Schreiben nach Ihren Erfahrungen, Bedürfnissen weiter….

 

VIEL ERFOLG!

 

 

 

 

 

©Roman Valent

Fundament – Generation45plus

www.generation45plus.at